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Die im EKN registrierten malignen Melanome der Haut gingen in eine bundesweite Analyse ein (VALMEL-Projekt), die sich mit regionalen Unterschieden der Inzidenz sowie mit klinischen Parametern und Variationen in der Erhebung des malignen Melanoms der Haut befasste [Lehnert et al., 2005]. Lehnert et al. kamen zu dem Ergebnis, dass kleinere Malignome der Haut in erheblichem Umfang im ambulanten Sektor diagnostiziert und behandelt wurden, wobei die Vollzähligkeit der Meldungen aus diesem Sektor bei einigen Registern für verlässliche Inzidenzschätzungen nicht ausreichte. Die Integration von Hautkliniken als Datenquelle ist Voraussetzung für eine hohe Qualität und Vollzähligkeit insbesondere von Daten zu fortgeschrittenen Melanomen. Auch sind Meldungen aus bundesweit tätigen dermato-histologischen Labors anzustreben, was jedoch durch die föderale Struktur der Krebsregistrierung sehr erschwert wird. Dabei ist gerade beim malignen Melanom die Integration aller Sektoren der Versorgung für eine valide Tumorepidemiologie unverzichtbar. Im EKN ergab eine im Rahmen des VALMEL-Projektes durchgeführte Befragung aller Dermatologen im RegBez. Weser-Ems, dass auch hier die dermato-histologische Befundung für das maligne Melanom der Haut häufiger von Instituten durchgeführt wird, die außerhalb von Niedersachsen liegen und von denen keine Meldung an das EKN erfolgt. Zudem werden Patienten aus niedersächsischen Randregionen z.T. in Fachkliniken, z.B. in Nordrhein-Westfalen behandelt. In all diesen Fällen ist die Meldung der niedergelassenen Dermatologen an die Nachsorgeleitstelle oder direkt an das EKN unbedingt erforderlich.

Lehnert M, Eberle A, Hentschel S, Katalinic A, Kieschke J, Schmidtmann I, Schubert-Fritschle G, Stegmaier C, Hense HW: Das maligne Melanom der Haut in epidemiologischen Krebsregistern in Deutschland – Inzidenz, klinische Parameter, Variationen in der Erhebung. Gesundheitswesen 67: 729-735, 2005

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