Krebsmortalität und soziodemographische Indikatoren

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Studien zeigen, dass sozioökonomisch besser gestellte Menschen gesünder sind. Determinanten dieses Gradienten reichen von Einkommen und Arbeitslosigkeit über Bildungsstatus bis hin zur beruflichen Position. In Deutschland sind anders als in Skandinavien aufgrund von Datenschutzbestimmungen Verknüpfungen zwischen Krebsregisterdaten und individuellen Angaben anderer Datenhalter meist nicht möglich. Das Krebsregister hat daher auf ökologischer Ebene untersucht, ob eine Korrelation zwischen sozioökonomischen und demographischen Indikatoren und der Krebsmortalitätsrate besteht, mit der sich die regionalen Unterschiede der Krebsmortalität, die in nachfolgender Abbildung für den Zeitraum 1995 - 2007 dargestellt sind, zum Teil erklären lassen.

 

 Abbildung 1: Regionale Unterschiede der Krebsmortalität in den Jahren 1995-2007 (altersstd. Rate, Stdbev. BRD87)

 Abbildung 1: Regionale Unterschiede der Krebsmortalität in den Jahren 1995-2007 (altersstd. Rate, Stdbev. BRD87)

 

Unter Nutzung von Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) wurde unter Ausschluss der Region Hannover für 45 Kreise (1995-2007) eine bivariate Korrelationsanalyse (Spearman rs) zwischen der altersstandardisierten Mortalitätsrate von Krebs insgesamt und 11 Einflussvariablen durchgeführt. Die 11 Einflussvariablen umfassen:

 

  • Arbeitslosenquote
  • Bevölkerungsdichte
  • Bevölkerungsveränderung
  • Bruttoinlandsprodukt
  • Beschäftigte (am Wohnort)
  • Bundestagswahlbeteiligung
  • hochqualifizierte Beschäftigte
  • Krankenhausbetten
  • Schuldenstand des Kreises
  • Sozialhilfe-Empfänger
  • verfügbares Einkommen

 

Die Ergebnisse sind in den nachfolgenden Abbildungen a, b, c, d, e dargestellt. Die stärkste signifikante Korrelation besteht zwischen verfügbarem Einkommen und Krebsmortalitätsrate (Abb. a: rs = – 53). Die Bundestagswahlbeteiligung (Abb. b: rs = – 38), hochqualifizierte Beschäftigte (Abb. c: rs = – 32), Arbeitslosenquote (Abb. d: rs = 31), sowie Beschäftigte am Wohnort (Abb. e: rs = – 30) zeigen etwas schwächere Zusammenhänge, die aber dennoch statistisch signifikant sind.

 

Abbildung 2: Streudiagramme der Korrelation der sozioökonomischen und demographischen Indikatoren, die einen signifikaten Zusammenhang zur Krebsmortalität zeigen
Abbildung 2: Streudiagramme der Korrelation der sozioökonomischen und demographischen Indikatoren, die einen signifikaten Zusammenhang zur Krebsmortalität zeigen

 

Im Rahmen der Qualitätssicherung der Versorgung kommt der Messung der Ergebnisqualität immer größere Bedeutung zu. Wenn regionale sozioökonomische Verhältnisse prognostische Bedeutung haben, sind diese ggf. bei vergleichenden Überlebenszeitanalysen von Behandlungseinrichtungen zu berücksichtigen. Trotz der methodischen Einschränkungen dieser Untersuchung wird das EKN die Nutzungsmöglichkeiten sozioökonomischer Daten für diese Fragestellung in weiteren multivariaten Analysen prüfen. Diese Untersuchung ist ein erster Einstieg in die Thematik. Auf dem 29. Deutschen Krebskongress 2010 in Berlin wurden diese Auswertungen erstmals vorgestellt.

 

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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 31. Mai 2018
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