Monitoring-Pilotphase

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Seit 2014 wird ein gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) entwickeltes zweistufiges Konzept in einer Pilotphase erprobt. In einer vorgeschalteten ‚Suchphase‘ werden auffällige Regionen identifiziert, die anschließend in einer prospektiven ‚Beobachtungsphase‘ weiterbeobachtet werden. Überschreiten die beobachteten Regionen bestimmte Grenzwerte, werden die kommunalen Gesundheitsbehörden des betroffenen Landkreises informiert. Bei Unterschreitung der Grenzwerte werden die jeweiligen Regionen aus der Beobachtungsphase herausgenommen, für alle anderen erfolgt eine Weiterbeobachtung.

 

Grundlage des Monitorings sind die im EKN erfassten Krebsneuerkrankungen auf Ebene der Gemeinden Niedersachsens. Kleinere Gemeinden werden mit Nachbargemeinden desselben Kreises zu insgesamt 372 'regionalen Beobachtungseinheiten' (ReBe) mit mindestens 5.000 Einwohnern zusammengefasst.

 

Statistische Kenngröße ist das Standardized Incidence Ratio (SIR). Dabei wird das Verhältnis zwischen der beobachteten und der erwarteten Neuerkrankungsfallzahl betrachtet. ReBe, für die das 95%-Konfidenzintervall des SIR (einseitig getestet) auffällig ist, gehen in die Beobachtungsphase ein. Die Entscheidung, ob sich für eine Region der Verdacht auf eine Erhöhung bestätigt oder dieser zu verwerfen ist, erfolgt anhand des Sequential Probability Ratio Tests (SPRT). Liegt die ReBe innerhalb des Toleranzbereichs dieses Tests, verbleibt sie in der Beobachtungsphase. Bevor eine bestätigte Krebserhöhung in einer Region öffentlich gemacht wird, erfolgt eine Validierung der einzelnen Fälle im EKN.

 

In der Pilotphase werden zurzeit die Diagnosen Mesotheliom (ICD-10 C45), Nierenkarzinom (C64) und Akute myeloische Leukämie (C92.0) beobachtet.

 

Bis Ende 2018 wurden zu sechs Gemeinden Berichte über die Bestätigung eines Verdachtes auf eine regionale Krebshäufung veröffentlicht. Fünf Berichte betrafen das Mesotheliom. Im Einzugsbereich dieser fünf Gemeinden gab es Industriebetriebe, die in früheren Jahren mit Asbest gearbeitet hatten. Die im Jahr 2018 durchgeführten Auswertungen führten erstmals zu einer Auffälligkeit für eine Gemeinde bezüglich der Erkrankungshäufung von Nierenkrebs. Informationen zum Vorgehen im Landkreis Vechta finden Sie hier.

 

Zurzeit wird geklärt, ob auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen das Konzept bereits während der Pilotphase angepasst werden soll. Hierbei geht die Diskussion insbesondere um die Diagnosenauswahl und um Kriterien für eine Beendigung der Beobachtungsphase, wenn die in der Suchphase beobachtete Erhöhung der Krebsrate sich in den folgenden Jahren nicht mehr nachweisen lässt.


Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20. August 2019
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