Rauchverhalten und Lungenkrebsmortalität

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Lungenkrebs ist bei Frauen in Deutschland die dritthäufigste Krebstodesursache. In den USA wurde Lungenkrebs bereits zur häufigsten Krebstodesursache und war 2004 bei Frauen erstmals für mehr Sterbefälle verantwortlich als für Brust- und Darmkrebs zusammen. Auch in Deutschland zeigen sich seit Jahren ansteigende Trends. Wie die Diskussion um das Nichtraucherschutzgesetz zeigte, scheint es in Deutschland dennoch schwierig zu sein, Präventionsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Eine deutliche Zunahme an Lungenkrebssterbefällen bei Frauen ist zu erwarten.

Das EKN hat eine Prognose für die Lungenkrebsmortalität bei Frauen in Deutschland erstellt. Für die Analyse der altersspezifischen Mortalitätstrends wurden Daten des Statistischen Bundesamtes, der WHO und der OECD herangezogen. Lag 1995 in Deutschland die Anzahl der Sterbefälle bei Frauen durch Darmkrebs (ICD-10 C18 - C21; ca. 17.000 Krebssterbefälle) mehr als doppelt so hoch als bei Lungenkrebs (ICD-10 C33 - C34; ca. 8.000 Krebssterbefälle), so wird bei Anhalten der Trends der Sterbefälle der letzten 12 Jahre voraussichtlich im aktuellen Sterbejahr 2009 die Anzahl der Lungenkrebssterbefälle bei Frauen denen der Anzahl durch Darmkrebs entsprechen (beide etwa 12.500). In 10 Jahren (2018) ist damit zu rechnen, dass Lungenkrebs mit ca. 16.000 Sterbefällen pro Jahr auch in Deutschland vor Brustkrebs die häufigste Krebstodesursache bei Frauen sein wird.

 

Raucherinnenprävalenz
Aufgrund fortdauernder Kohorteneffekte wird sich ein weiterer Anstieg der Lungenkrebsmortalität bei Frauen nicht mehr verhindern lassen. Anhand der Entwicklung in den USA zeigte sich, dass noch 20 Jahre nach Sinken der Raucherinnenprävalenz die Anzahl an Krebssterbefällen zunimmt. Dennoch wäre eine primäre Prävention der wichtigste Ansatz, Krebstodesfälle in Deutschland zu verhindern.

Die Europakarte (siehe nachfolgende Karte) zeigt, dass Deutschland im Jahr 2004 europaweit den höchsten Anteil von Raucherinnen aufweist.

 

Abbildung 1: Anteil von Raucherinnen in den EU-Ländern im Jahr 2004 (Frauen ab 15 Jahren, tägl. Tabakkonsum)

Abbildung 1: Anteil von Raucherinnen in den EU-Ländern im Jahr 2004 (Frauen ab 15 Jahren, tägl. Tabakkonsum) [http://preview.euphix.org/object_map/o31n27423.html]

 

Dieser auf hohem Niveau liegende Anteil der Raucherinnen hat sich in der Zeit von 1994-2005 nicht verändert. Bei weiblichen Jugendlichen ist der Anteil von Raucherinnen im EU-Vergleich sogar überdurchschnittlich angestiegen (siehe nachfolgende Abbildung). Daher ist zu befürchten, dass Deutschland in einigen Jahren bei der Lungenkrebsmortalität bei Frauen einen Spitzenrang in Europa einnehmen wird.

 

Abbildung 2: Anteil von Raucherinnen unter den Frauen und weiblichen Jugendlichen, vergleich Deutschland - EU (25 EU-Länder, 1994-1998, 1999-2001, 2002-2005)

Abbildung 2: Anteil von Raucherinnen unter den Frauen und weiblichen Jugendlichen, Vergleich Deutschland – EU (25 EU-Länder, 1994-1998, 1999-2001, 2002-2005) [http://data.euro.who.int/tobacco]

 

Das Ziel einer rauchfreien Gesellschaft muss daher ein vordringliches Anliegen der Politik bleiben bzw. werden. Diese Untersuchung wurde auf der 4. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie 2009 in Münster vorgestellt.

 

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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 31. Mai 2018
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