Mammographie-Screening in Deutschland

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Evaluation des Mammographie-Screenings in Deutschland
Die Evaluation von qualitätsgesicherten Screeningprogrammen anhand von Krebsregisterdaten bildet einen zunehmend wichtiger werdenden Aufgabenschwerpunkt der Krebsregister. Für die Evaluation des Mammographie-Screenings werden zurzeit Strukturen etabliert, die zukünftig den Rahmen für die Evaluation weiterer Screeningprogramme bilden könnten. Erstmals werden damit die Voraussetzungen geschaffen, Nutzen und Schaden eines Screeningprogramms anhand von Krebsregisterdaten umfassend zu evaluieren.

Die Evaluation des Mammographie-Screenings wird von den epidemiologischen Krebsregistern in folgenden Bereichen unterstützt:

 

    • Identifikation von Intervallkarzinomen zur Ermittlung des Anteils falsch-negativer Screening-Diagnosen durch Datenabgleich mit allen Screening-Teilnehmerinnen (Intervallkarzinome sind Mammakarzinome, die bei im Screening unauffälligen Teilnehmerinnen vor der nächsten regulären Screeninguntersuchung auftreten)

 

  • Zurverfügungstellung von epidemiologischen Angaben
      • zur Hintergrundinzidenz ohne Screening
      • zur Stadienverteilung in der Zielbevölkerung
      • zum Inzidenzverlauf fortgeschrittener Tumoren

     

  • Mortalitätsevaluation

 

Für die Evaluationsparameter des Screenings, die anhand der Krebsregisterdaten ermittelt werden, sind in den Europäischen Leitlinien Zielwerte formuliert.

Das EKN hat seit 2005, also schon während der Laufzeit der drei Modellprojekte, politisch auf die Schaffung von bundesweit geeigneten Rahmenbedingungen für eine valide Evaluation des Mammographie-Screenings mit hingewirkt (u. a. durch Beteiligung an der Expertengruppe des Nationalen Krebsplans – hierzu näheres unter Projekte Nationale Arbeitsgruppen). Die im EKN in Zusammenarbeit mit dem Modellprojekt Weser-Ems erprobten Datenflüsse für die Evaluation von Intervallkarzinomen sind im Jahr 2010 in die Krebsfrüherkennungs-Richtlinien eingeflossen, sie sollen künftig bundesweit – entsprechend den landesrechtlichen Regelungen – umgesetzt werden. Niedersachsen ist diesen Anforderungen mit der Novellierung des Krebsregistergesetzes (GEKN, § 9), welches am 1.1.2013 in Kraft trat, nachgekommen.

Die Ergebnisse des bundesweiten Mammographie-Screenings sind von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, Berlin, jährlich in einem Evaluationsbericht zu veröffentlichen. Eine Mitarbeiterin des EKN hat im Auftrag der GEKID (Gesellschaft epidemiologischer Krebsregister in Deutschland e.V.) die Kooperationsgemeinschaft Mammographie bei der Erstellung des ersten Evaluationsberichts 2005 - 2007 (veröffentlicht im Oktober 2010) und des zweiten Evaluationsberichts 2008 - 2009 (veröffentlicht im Februar 2012) wissenschaftlich beraten.

Zur Evaluation der Brustkrebsmortalität findet zurzeit eine Machbarkeitsstudie statt. Im Rahmen dessen wurde im Oktober 2011 ein 'Phasenmodell zur Evaluation der Brustkrebssterblichkeit' veröffentlicht.

 

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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 31. Mai 2018
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